|
PFLASTER VERLEGEN
Sie benötigen:
Schotter 0-63 mm für die Frostschutzschicht Schotter 0-16 mm für die Feinplanie Brechsand-/Splittgemisch 4-8 mm für die Bettung Fugensand Schaufel, Scheibtruhe, 2 Rohre mit 40 mm Durchmesser, Besen, Schnur, Wasserwaage, Gummihammer
Um die Steine zuzuschneiden verwenden Sie am besten ein Steinspaltgerät. Sollte das nicht verfügbar sein, kann auch eine Trennscheibe verwendet werden.
Eine Rüttelplatte
Achten Sie darauf, dass der Aushub mindestens 20cm breiter ist als die zu pflasternde Fläche. Im Unterbauplanum ist ein Längsgefälle von ca. 0,5% (= 0,5 cm auf 1 m) und ein Quergefälle von ca. 2,5% für die Oberflächenentwässerung zu berücksichtigen. Das Unterbauplanum ist standfest (bspw. mit Vibrationswalze) zu verdichten. Bei im Untergrund anstehenden Lehm- und Mischböden (= bindiger und nichtbindiger Boden gemischt) ist auf die Aushub-Sohle ein Vlies zu legen, um späteren Frosthebungen und Nichtverfestigungen aufgrund von Gräderverlehmungen, welche den Gräder wasserdicht machen, vorzubeugen und eine seitliche Entwässerung über ein längs verlegtes Drainagerohr sicherzustellen, indem dieses mit Drainageschotter und Filtervlies umgeben ist. Schotter 0-63 mm lagenweise einbringen und z.B. mit Vibrationswalze verdichten (max. 20 cm je Lage!). Die Stärke dieser Frostschutzschicht sollte je nach örtlichen Gegebenheiten und Belastung der Fläche (Frosttiefe) 30 - 70 cm betragen und muss oberseitig im Gefälle der Pflasterfläche ausgeführt sein. Darauf wird eine ca. 10 cm starke Feinplanie aus Schotter 0-16 mm aufgebracht und z.B. mit Vibrationswalze oder schwerer Rüttelplatte gut verdichtet. Die Oberfläche soll gegenüber dem anschließenden Bettungsmaterial filterstabil geschlossen sein. Filterstabil heißt, dass der Bettungssand nicht in die Tragschichten einrieselt oder durch Wasser eingeschwemmt wird. Die Feinplanie muss auf +/- 1 cm exakt hergestellt sein, damit das Sandbett eine annähernd gleiche Dicke von max. +/- 1 cm aufweist und ungleichmäßige Setzungen vermieden werden (Kontrolle mittels Alulatte; endgültige Höhe der Pflasterdecke = Frostschutzschicht + Feinplanie + Sandbett + Pflaster - 1 cm Verdichtungsmaß der Bettung). Berücksichtigen Sie daher gegenüber Einbauten wie Kanaldeckel etc. vor dem Rütteln ca. 1,5 cm Überstand der Flächenoberkante.
Legen Sie die Formrohre auf die Feinplanie und füllen Sie diese dazwischen mit dem Bettungs-Material auf. Dann ziehen Sie die Alulatte über die Formrohre um ein gleichmäßig starke, höhengenaue Bettung herzustellen. Nach dem Herausnehmen der Formrohre den dadurch entstandenen Hohlraum mit dem Bettungsmaterial auffüllen. Die fertige Bettung weder verdichten noch betreten. Stellen Sie keine größere Bettung her, als Sie an einem Tag Pflastersteine verlegen können. Wichtig: nur kalkarmes (beugt Setzungen und Ausblühungen vor), gewaschenes (beugt Frostschäden vor) und kornabgestuftes (ist filterstabil gegen Einrieseln oder Einschwemmen des Fugensandes in das Sandbett) Material verwenden!
Beginnen Sie in einer Ecke – nach Möglichkeit am tiefsten Punkt der Fläche und im rechten Winkel. Für die fluchtgerechte Verlegung spannen Sie eine Schnur. Verlegen Sie nun die Pflastersteine vor Kopf (= von der verlegten Fläche aus) ohne das Sandbett zu betreten
Achten Sie bei der Verlegung auf eine – je nach Steinsystem – 3-8 mm breite Rundumfuge. Nur bei solchermaßen verlegten Steinen (ohne direkten Betonkontakt der Steine und der Abstandshilfen) bleibt die Möglichkeit erhalten, die selben Steine z.B. bei einem Rohrbruch unter der Pflasterfläche herauszunehmen und wieder zu verlegen. Die vielfach an unseren Steinen seitlich angeformten ca. 2 mm erhabenen Abstandshilfen sind kein Vorgabemaß für die Fugenbreite, sondern helfen Situationen zu vermeiden, wo Steine vollflächig ohne Mindestfuge aneinander liegen. Die Fuge überträgt und gleicht über deren Füllung auftretende Spannungen aufgrund von Lasten von Stein zu Stein aus – aber nur dann, wenn die Steine nicht knirsch verlegt werden und eine Fugenfüllung Platz findet! Kontrollieren Sie alle 2-3 m mittels einer Schnur die korrekte Ausrichtung der Fugen und richten Sie ggf. die Steine nach. Bauen Sie keine Steine mit sichtbaren Mängeln (Transportschäden etc.) ein. Für Anpassarbeiten an Schächte, Mauern etc. sind die Steine mit dafür geeigneten Geräten (bspw. Steinspaltgerät, Steintrennsäge) zuzuschneiden. Aus Gründen der Optik – und der Stabilität der Flächenränder und damit der gesamten Fläche – sollte am Rand kein Flickwerk aus kleinen Riemchen und Zwickelsteinen verlegt werden. Die kleinste Steinlänge und -breite der Randsteine soll mind. die Hälfte der Steinlänge und -breite des Hauptformates innerhalb der Fläche betragen. Die verlegte Fläche darf für Verlegezwecke begangen werden. Wichtig: Gefälle mittels Alulatte und Wasserwaage sicher stellen. Die Steinoberseiten ca. 1,5 cm über dem Niveau von Einbauten (Kanaldeckel, etc.) verlegen (Bettung und Feinplanum werden durch Rütteln und Nachverdichtungseffekte um ca. 0,5-1 cm verdichtet)!
Fugensand auf die Fläche schütten, gründlich einkehren, Oberfläche abkehren und mit reichlich Wasser einschlämmen und Trocknung der Steinoberfläche abwarten. Im trockenen Zustand mit einer geeigneten Rüttelplatte (nicht mit Rüttelwalze!) mindestens einmal abrütteln. Dabei entlang der Ränder beginnen und kreisförmig in Richtung Mitte der Fläche vorarbeiten. Zum Schutz der Steinoberfläche vor Kratzspuren und Kantenabplatzungen verwenden Sie einen Rüttler mit Kunststoffgleitplatte. Anschließend nochmals gründlich Fugensand einkehren, Oberfläche abkehren und einschlämmen.
|